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Krimi-Tour mit Hund

In Zeiten von Escape Rooms, Krimi Dinnern und Exit Games ist das spannende Rätselraten nun auch bei den Hundebesitzern angekommen!
So machten sich an einem sonnigen Februar-Sonntag acht Mensch-Hund-Teams auf, um zusammen im Dienste der Kriminalpolizeidirektion Hundeerziehung mit Herz einen Fall zu lösen. Mord? Diebstahl? Nein, sondern schwerwiegende Manipulation eines Seiles im Kletterwald! Auf der Suche nach dem Täter ging es für die vierbeinigen Ermittler an’s Fährtenlesen, während die erschnüffelten Beweisstücke von den Zweibeinern gesichert und analysiert wurden. Na, wär das was für euch?

Unsere Hauptkommissarin am Tatort
Lotte darf Geruch aufnehmen

Zugegeben hielt sich meine Begeisterung für solche Rätselspiele bisher immer eher in Grenzen und ohne Hund hätte ich vermutlich auch nie bei so etwas mitgemacht. Da sieht man mal wieder, wie schnell einen der Vierbeiner aus der eigenen Komfortzone befördern kann. Und mal ehrlich – was wäre denn die Kriminalpolizei ohne einen typischen Kommissar Rex? 😛

Kommissar Toni

Bevor dieser sich allerdings auch nur annähernd auf das Ermitteln konzentrieren konnte, verging zunächst die typische Toni-Anfangsphase mit nervösem Gezappel, aufgeregtem Gebell und ungeduldigem Gewinsel. Mein persönlich anstrengendster Part der Krimitour. Das Nervenbündel von den anderen Hunden fernhalten, standfest bleiben, versuchen die Aufmerksamkeit immerhin ein wenig auf mich zu lenken, nicht drüber nachdenken, was die anderen denken und am wichtigsten - Ruhe bewahren. Und sonst? Ach genau, der kurzen Dienstbesprechung soll ja auch noch gelauscht werden.
Ein Klacks!

Warten will gelernt sein!
Wann geht's endlich los??

In den ersten 15 Minuten wurde sich vorgestellt, der Ablauf besprochen und Regeln aufgestellt. Unsere Hundetrainerin a.k.a. Hauptkommissarin überreichte jedem Teilnehmer seinen Dienstausweis sowie eines der Ermittlungsutensilien wie Lupe, Handschuhe, Tüten, Landkarte, Handschellen und Schlagstock (wer weiß, wen man so überwältigen muss 😛 ).
Dann ging es auf zum Tatort!


Auf den richtigen Weg bringen sollte uns bzw. viel mehr die Hunde das durch Einschnitte böswillig manipulierte Kletterseil. Fachgerecht eingetütet durfte nun jede unserer Spürnasen daran schnüffeln, um sogleich die Fährte des Täters aufzunehmen.
Toni der alte Mantrailer (ja das machen wir tatsächlich fast alle zwei Wochen!) durfte selbstverständlich auch Geruch aufnehmen und auf Kommando hin suchen. Aber was soll ich sagen – zu viele Hunde, zu viele Reize. Es erschien mir schnell sinnvoller, vor allem den Dackeln in unserer Runde vermehrt Vertrauen zu schenken, dass diese den richtigen Weg anzeigen würden. Und so wurde mehr oder weniger schnell ein verdächtiges Messer gefunden und wir waren dem Täter auf der Spur.


Der Weg führte uns raus aus dem Wald, in Wohngebiete, über Felder und durch Parks. Zu Tonis Verteidigung zeigte sich schnell, dass auch ich nicht unbedingt geübt im Spurenlesen und Beweisstücke finden bin. Richard Moser und Rex hätten sich wohl im Grabe umgedreht… Aber ganz nach dem Motto Teamwork! wurde die Ermittlungstasche dennoch voller und voller und unsere Puzzleteile ergaben wortwörtlich nach und nach ein Bild.


Ein aufgefundener Biberschwanz-Ziegel! Puzzlestücke auf angenagten Baumstümpfen! Lehmklumpen an Stellen, wo sie nicht hingehörten! Ein Miniatursarg? Nein, einfach wurde es uns Ermittlern ganz und gar nicht gemacht. Trotz immer höher werdendem Zeitdruck, schafften wir es aber letztendlich, den Täter im Großstadt Getümmel der fränkischen Metropole Zirndorf dingfest zu machen. Überengagierte Zugehörige der örtlichen Kletterhalle wollten die Konkurrenz schwächen! Nochmal gut gegangen…

Kurz vor dem Ziel nochmal ein Blick in die Karte

Beinahe 8 Kilometer zu Fuß und fast 4 Stunden war unsere Gruppe unterwegs. Tonis anfängliche Erregung lies bereits nach den ersten paar gelaufenen Metern sichtlich nach. Auch die Tatsache, dass der Kontakt zu anderen Hunden auf dieser Tour Tabu war, erkannte er relativ schnell an. Da ich mir auf diesem vor allem dem Spaß gewidmetem Event ersparen wollte, an der Leinenführigkeit zu arbeiten, lief Toni die gesamte Strecke am Geschirr. Unsere Regel lautet: Ist die Leine darin eingehakt, darf er ziehen. Ist das Halsband dran, wird konsequent eine locker hängende Leine eingefordert. Psychisch und trainingstechnisch für mich weniger anstrengend ist natürlich das Geschirr, physisch dafür umso mehr. Mehr Muskeln braucht das Frauchen!

Dann wird das Zugtier eben umgeschnallt 😉

Erschöpft aber glücklich traten wir nach getaner Ermittlungsarbeit den Rückweg mittels Zug an. Kein Problem für unsere Schnüffelnasen. Die waren schließlich auch platt. Zu einer kleinen Toberunde ohne Leine kurz vor dem Parkplatz mussten wir sie trotzdem nicht lang überreden.
Den „Feierabend“ hatten wir uns dann alle redlich verdient!

Kurze Pause im Zug
bevor nochmal kurz getobt werden durfte


Vielen Dank liebe Desi für deine super organisierte und kreative Tour! Es war ein richtig schöner Tag mit netten Menschen und Hunden 🙂
Ebenfalls vielen Dank an Michael von ctm-Fotografie, der uns auf Schritt und Tritt begleitet hat und die vielen Momente mit seiner Kamera eingefangen hat! Diesen Blogbeitrag durfte ich mit seinen tollen Bildern ausschmücken!

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Hallo Franzi,

    vielen Dank für diesen schönen Blogartikel, der diesen Tag nochmal zusammengefasst hat. Auch für mich war es das erste Mal bei so einer Ermittlung dabei zu sein 😛
    Es hat sehr viel Spaß gemacht euch an diesem Tag fotografisch zu begleiten und ich hoffe auch, ihr seid mit den Ergebnissen meiner Arbeit zufrieden. Ich freue mich schon auf weitere Einblicke aus eurer Welt mit Toni.

    LG Michi

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